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    Secoya Info Nr. 2 (deutsch) PDF Imprimer Envoyer
    Écrit par Pascal Daniel Angst   
    Mardi, 10 Juin 2008 00:00

    Editorial

    Verschiedene Personen haben sich bereits undgeduldig danach erkundigt, nun ist es endlich soweit: die dritte Ausgabe meiner Secoya Info ist geboren. Ich bitte euch um Entschuldigung für die Verspätung seit der letzten Ausgabe, dies ist hauptsächlich eine Folge meiner Teilnahme mit dem doCip an der siebten Session des „Permanent Forum on Indigenous Issues “ in New York im April und dem daraus folgenden Arbeitsüberschuss in Manaus.

    Neben diesem kleinen Editorial und ein paar Worten über die „neue Secoya“ in Roraima enthält diese Ausgabe eine Information über meinen Vertrag mit E-Changer und der Secoya, Reflexionen der Yanomami über die Gegenstände der Weissen in ihrer Sprache und in deutscher Übersetzung, sowie einen kleinen Artikel über den Konflikt um das Indianerreservat „Raposa Serra do Sol“. Zu diesem Thema empfehle ich euch wärmstens die Lektüre (auf französisch) des ausgezeichneten Informationsblatts der AYA , Verein zur Unterstützung der Yanomami-Indianer Amazoniens, sowie die Informationen und Kampagnen, welche Denise publiziert, sei es über ihre Mailingliste, oder über die Webseite von „Terra Brasilis “.

    Ich hoffe, dass euch zwischen dem ersten Sonnenbad des Sommers und den Spielen der Euro 2008 ein wenig Zeit bleibt, um mein kleines Informationsblatt vom andern Ende der Welt zu lesen.

     

    Secoya

    Nachdem die Secoya die Herausforderung der neuen Vereinbarung mit der Funasa zur Gesundheitsversorgung der Yanomami von Roraima angenommen hat, ist unsere Führung wie unsere indigenen Partner zu Halbnomaden geworden. Mal ist es der Generalsekretär Silvio, mal der Koordinator der Gesundheitsabteilung Jaime, mal die Chefin der Administration Celia, die fern von unserem Büro in Manaus weilen. Gemäss ihrem Bericht geht die Arbeit in Boa Vista voran, trotz grosser Schwierigkeiten, verursacht vor allem durch die miserable vorherige Administration, die schlechte Infrastruktur und den Mangel an ausgebildeten Arbeitskräften. Ein Schwerpunkt ist demnach die Ausbildung der neuen Mitarbeiter und ihre Sensibilisierung für die Arbeit mit den Indigenen, Für Ende Juni ist ein Treffen mit Anführern der Yanomami Amazonas' und Roraimas in Boa Vista geplant, um die Probleme der Secoya gemeinsam anzugehen. Wir werden euch darüber auf dem Laufenden halten.

     

    E-Changer

    An unserem Geschäftssitz in Manaus haben wir eine Fünfergruppe für das gemeinsame Mittagessen gebildet: jede/r ist an einem Wochentag für den Speiseplan zuständig. Dies ist eine ausgezeichnete Form des kulturellen Austauschs, und mein Freitag der internationalen Küche wird von der gesamten Equipe sehr geschätzt. Dies obwohl der Freitag auch der traditionelle Fischtag von „dona Claudia“ ist, und den Leuten der Amazonasregion geht nichts über ihren geliebten Fisch ...

    Ein wichtigeres Thema ist unsere Unterstützungsgruppe, Terra Brasilis. Unsere Arbeit als Freiwillige für E-Changer erfordert die Organisation einer solchen Gruppe in der Schweiz, und wir haben vor zehn Jahren, vor unserer Abreise nach Brasilien, Terra Brasilis gegründet. Seither hat sich vieles verändert, doch wir arbeiten immer noch mit E-Changer und wir sind immer noch sehr auf eure Unterstützung angewiesen, um unsere Beziehung zur Schweiz und die Sensibilisierung der Schweizer Bevölkerung für den Kampf der Indianer Brasiliens aufrecht zu erhalten.

    Diesen Montag findet in Genf ein Treffen von Terra Brasilis statt. Obwohl ich euch nicht mehr zur  Teilnahme einladen kann, würden wir uns über ein kleines Zeichen der Solidarität, ein Mail oder ein Telefonanruf von euch sehr freuen. Neben der Diskussion über die Zukunft von Terra Brasilis dient dieses Treffen auch zur Information über unser Engagement mit E-Changer, weshalb ich euch im Folgenden kurz darüber informieren werde. Diese meine Informationen werden in Kürze auch ausführlicher (in französisch) auf der Webseite von E-Changer abrufbar sein, wie dies bereits für Denises Engagement der Fall ist.

    Eine gute Nachricht ist übrigens, dass Denise im Juli/August in der Schweiz weilen wird; sie wird sich sicher freuen, euch zu treffen und euch die letzten Nachrichten über unsere Arbeit und ihr Leben zu erzählen. Vergesst nicht, sie rechtzeitig zu kontaktieren , um einen Platz in ihrer Agenda zu reservieren.

    Nach sieben Jahren Arbeit mit der brasilianischen Landlosenbewegung MST habe ich im Februar 2008 meine Arbeit mit der Secoya in Manaus begonnen. Mein Vertrag mit E-Changer geht über zwei Jahre, bis im Februar 2010. Mein Einsatz als Freiwilliger oder „cooper-acteur“ für E-Changer dient der institutionellen Stärkung der Secoya im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Secoya - Verein Service und Kooperation mit den Yanomami - wurde 1987 gegründet um die Endemien (Tuberkulose, Malaria, usw.) bei den Yanomami des Flusses Marauiá zu kontrollieren, und um indigene „Gesundheitsagenten“ auszubilden. Heute arbeitet die Secoya mit den Yanomami des Amazonas und Roraimas in drei Programmen, immer auf ihre Autonomie und Partizipation bedacht: Gesundheit, Ausbildung und nachhaltige Entwicklung.

    Mein Auftrag in der Secoya ist die technische Ausbildung der Mitarbeiter und der indigenen Agenten, die Administration der Informatik, die Systematisierung der Daten und die Aktualisierung der Informations- und Kommunikationsmittel. Nach einer Anpassungszeit habe ich in der ersten Phase alle Computer der Secoya in Manaus kontrolliert und repariert, ein Administrationssystem für den Informatikpark installiert und die Sicherheit und Stabilität des Netzwerks verbessert. Da wir zur Zeit ein neues Logis für den Hauptsitz der Secoya in Manaus suchen, sind verschiedene Projekte aufs Eis gelegt, aber wir haben schon einige Vorschläge diskutiert. Zur Zeit bin ich daran, die Internetpräsenz der Secoya zu reformulieren. Vorgesehen, aber noch ohne genaues Datum sind Arbeitsbesuche in unseren Basen in Barcelos, Santa Izabel do Rio Negro, und Boa Vista.           

     

    Die Gegenstände der Weissen

    Napë pën matohi pë rë taprawehei, pë matohi rë kopemawehei te ã.
    Awei, kamiyë Yanomam yama kn matohi yama pë rë tawei pë rii yaitawë.

    Të pë matohi rë yaitai: pohoro hi k, maxita hapoka, warapa ko pë, xereka, tora, maraka, y kë k, maramahe, xinakotorema, haowa, rahaka, tom nak, mai ko, kãtari ãhi pë, hãto nahi pë, paruri hesi pë, ara xina pë, werehi xina pë, yãpi hesi pë, hëm, mayep ãhu pë, w, xoto, yarehe si pë, pesima, xuhema ...ei të pë matohi rë kui, kamiyë Yanomam yama kn yama të pë tapou. Kamiyë yama k matohip yaitawë. Kamiyë yama k no patapn të pë he rii rë haa xomarenowehei të pë wãha rii. naha taen, yama k matohip yaitawë.

    Napë pën të pë rii rë tawehei, të pë rii yaitawë, hapa napë pën të rë taprarenowehei, urihiterim  të ha tërehen, të tapra xoarayomahe, h tëhë, matohi a tapraremahe. Kama napë a puhi taeoma, të pë riyã ha ruraman, 'loja' a ha të pë titia xoakema, 'dinheiro' pë riyã ha nomihan, h rë kutaen pruka matohi pë tapra xoaoma, a hõriprou maopë: sipara hitõ pë kãi tahe, xokopi hitõ pë kãi tahe, 'carro' pë kãi, ihiya pë xo, xirepma pë xo, papeo si pë kãi, 'lápis' pë kãi xo, ri keteriketeri të u pë kãi tahe, watota pë xo, 'borracha' pë xo, 'caneta', 'bicicleta' pë xo, 'lanterna' pë xo, 'pilha^pë xo, 'avião' pë xo, makera pë xo, nakra pë kãi, 'luz' wakë pë xo, 'panela' pë xo, 'colher' pë xo, 'malhadeira' pë xo. Awei, naha ya të pë wãhatakema. Ei të pë wãha rë kui, napë pën të pë ha kopeprahen 'loja' pë ha të pë ha rukëmahen, h tëhë  të pë no tiremahe. Të pë xomi hipë puhiomihe yaro, papeo si kn a no riyã ha ninipron. Kuwë yaro, matohi totihitawë yaitawë pë ta piyëkouhe.Napë iha matohi yama a no puhia tëhë, pëma a rura makuia no tiremahe, ai a 'loja' ham. Të pë no rëtirepouwehei, kama pë no riyã ha ninipron. h të pë ha tahen, urihi, maxita pë wãriahe. h rë kutaen, pruka pë ohotamou yaro të pë no tiremahe, kama pë riyã ha temion.

    'Dinheiro' kn kama a no nihi totihiwë, a riyã ha ohii maon. Të pë no matohi tirepou totihiwehe.
    naha napë pë iham matohi të pë no kuprawë. Napë pë iham të pë yaitawë he parohowë. Matohi yama pë wãha no wayoama.         


    Über die Gegenstände, die die Weissen herstellen.
    Ja, die Gegenstände, die wir Yanomami machen, sind verschieden.

    Dies sind unsere verschiedenen Gegenstände: unsere „Streichhölzer“, Tontöpfe, eine Harzsorte, die Pfeile, Köcher, Kalebassen, die Baumwollhängematte, der „beiju“-Ofen, die Stricke (aus der Pflanze „xinakotorema“ hergestellt), die kleinen Pfeilbogen der Kinder, die Pfeilspitzen, die Zähne des Aguti (für Schmuck, Klingen ...), Harz, eine andere Art Pfeilspitzen (Harpune), Pfeilbogen, Armbinden aus der Kopfhaut des mutum, Schwanzfedern des Arara, Schwanzfedern des Papageis, Armbinden aus der Kopfhaut des jacamim, Federn des 'hem' (eine Vogelart), Schwanzfedern des Tukans, dicht gewobene Körbe, flache Körbe, Schürzen, Fächer ... Diese Gegenstände besitzen wir Yanomami, unsere Gegenstände sind verschieden. Es sind die Namen der Gegenstände, die unsere Vorfahren zuerst erfunden haben. Deshalb sind unsere Gegenstände verschieden.

    Die die Weissen machen, sind verschieden. Zu Beginn, stellen sie die Gegenstände her, nachdem sie die Materialien der Natur entnommen haben, machen sie die Gegenstände. Der Weisse studiert zuerst, mit der Intention, sie zu verkaufen, legte sie in Läden, um sie für Geld zu tauschen, so machten sie erst all diese Gegenstände, um nicht mehr arm zu sein. Sie machen auch Machetengriffe, Autos, Fischhaken, Silk, Bücher, Bleistifte, Parfums, Kleider, Gummi, Kugelschreiber, Fahrräder, Laternen, Batterien, Flugzeuge, Hängematten, Scheren, die Lichter, Pfannen, Löffel, Fischnetze. Ich habe diese Namen genannt. Wenn die Weissen die so benannten Gegenstände herstellen, legen sie sie in Läden und erhöhen dann die Preise, denn sie wollen keine Geschenke machen, um sich mit Geld zu bereichern. Dafür stellen sie allerlei hübsche Gegenstände her. Wenn wir einen Gegenstand begehren, selbst, wenn wir ihn kaufen, erhöhen sie den Preis in einem anderen Laden. Sie halten die Preise hoch, um reich zu werden. Wenn sie es so machen, zerstören sie den Wald und das Land. Gemäss der Arbeit von allen erhöhen sie die Preise, um zu leben. Sie sind sehr reich an Geld, um nicht zu hungern. Sie halten die Preise sehr hoch.

    So ist der Preis der Gegenstände in den Städten. Es ist sehr verschieden in der Welt der Weissen. Wir zählen die Gegenstände.

    (Bericht des 7. Ausbildungskurses der Yanomami-Lehrer, November 2007)

     

     

    Das indigene Brasilien

    Das wichtigste Thema der brasilianischen Presse in den letzten Wochen ist der Konflikt um das Indianerreservat „Raposa Terra do Sol“. Dieser Konflikt ist ein Resultat der inkonsequenten Politik der Zentralregierung, des Machterhalts der alten lokalen Landoligarchie und des traditionellen Rassismus der brasilianischen Bevölkerung gegenüber den indigenen Völkern.

    Auf der einen Seite des Konflikts steht die Zentralregierung, die die Demarkation des Indianerreservat im April 2005 homologiert hat und nun endlich versucht, mit Hilfe der Bundespolizei die letzten sechs Reisproduzenten und Grossgrundbesitzer aus dem Reservat zu entfernen. Ihr zur Seite stehen die Indigenen und ihre Organisation CIR, die indigenen Organisationen Brasiliens, die sozialen Bewegungen und die Hilfsorganisationen.

    Auf der anderen Seite stehen die sechs erwähnten Reisproduzenten, die behaupten, nicht anständig für den Verlust ihrer Ländereien entschädigt worden zu sein und eine Wiederaufnahme der Demarkationsverhandlungen fordern. Ihnen zur Seite stehen bewaffnete Privatmilizen, die lokale Politik und Justiz, sowie die brasilianische Mittelklasse und die Presse.

    Die letzten Entwicklungen: die Reisproduzenten greifen eine Gruppe Indianer mit ihren bewaffneten Milizen an, darauf verhaftet die Bundespolizei ihren Anführer, der alsdann von der Justiz wieder freigelassen wird. Das Bundesamt Ibama büsst ihn darauf mit 30 Millionen Reais für die Umweltzerstörungen auf seinen ehemaligen Ländereien, die Reisproduzenten zerstören alle Brücken in das Gebiet, und zu guter Letzt verhaftet die Bundespolizei den Generalstaatsanwalt Roraimas, der zusammen mit dem Gouverneur von Roraima für die gerichtliche Obstruktion der Aktion der Bundespolizei verantwortlich zeichnete, wegen Verdachts auf Pädophilie. Fortsetzung folgt ...

     

     
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    Pascal

    Pascal : "Les Peuples autochtones sont notre passé et notre future"

    Pascal est né à Bâle, où il a étudié l'ethnologie. Il travaille depuis 1998 comme coopér-acteur avec E-Changer au Brésil. Le premier projet était avec le Mouvement des Paysans Sans Terre (MST). Pendant huit ans il accompagnait la construction du secteur national de l'informatique et l'inclusion numérique. Depuis février 2008, Pascal travaille avec la Secoya - Service et Coopération avec le Peuple Yanomami - à Manaus.

     

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